Die Kirchturmuhr schlug gerade 6 Uhr am Sonntagmorgen, als hinter der Kirche das erste Feuerzeug aufflammte. Während die meisten Fehrbacher an diesem Morgen noch schliefen, waren die drei Feuermeister Gerd Grünfelder, Christoph Scheffe und Philipp Scheidel bereits bei der Arbeit. Aus einem kleinen Flämmchen wurde binnen kurzer Zeit ein mächtiges Feuer: Knapp drei Ster frisches Buchenholz lagen bereit, um später rund zwei Zentner Grumbeere in der heißen Glut zu garen.
Um 10:30 Uhr war es schließlich so weit. Die Helfer zogen das erste inzwischen zu einem beachtlichen Glutberg heruntergebrannte Feuer auseinander, ließen die Glut weiß werden und legten sorgsam die erste Ladung Grumbeere hinein. Nach kurzem „Anschwitzen“ wurden die Kartoffeln vollständig mit der heißen Glut bedeckt – noch bevor die ersten Gäste auf dem Paul-Burger-Platz eintrafen.
Das Timing hätte kaum besser sein können: Punkt 12 Uhr zogen die Grumbeermeister Michael Klein, Christoph Scheffe und Philipp Scheidel die ersten heißen Grumbeere aus der Glut. Ein kurzer Druck auf die Kartoffel, ein leises, weiches Knacken – und das Urteil stand fest:
„Die Grumbeere sin ferdisch!“
Und das genau zum richtigen Zeitpunkt. Mittlerweile waren rund 200 Sitzplätze auf dem sonnigen Paul-Burger-Platz belegt. Bei bestem Wetter und ausgelassener Stimmung genossen zahlreiche Fehrbacherinnen und Fehrbacher sowie Gäste aus der Umgebung das zweite Grumbeerbrode des Fördervereins Unser Fehrbach.
Max Lehmann sorgte dafür, dass die frisch aus der Glut geholten Grumbeere schnell ihren Weg zu den hungrigen Gästen fanden. In der Küche hatten Rosel Scheu, Christian Scheu, Melanie Scheidel, Maria Hochreiter, Peter Schwarz, Laura Semmet und Maria-Luise Hehner alle Hände voll zu tun. Heringsfilet, Hausmacher, Weißer Käse, Wurstsalat sowie auf der Glut gebackene Lyoner und Limburger wanderten nahezu ohne Unterlass über die Essenstheke.
Auch der kurzfristige Defekt der Industriespülmaschine konnte uns nicht langfristig aufhalten: Kurzerhand fuhren die fleißigen Helfer um Daniel Semmet Ladung um Ladung Geschirr mit dem Servierwagen in die benachbarte Mehrzweckhalle.
Für die passende Erfrischung sorgten Steffen Hirschelmann, Birgit Volkemer, Anja und Christian Mühlbauer sowie Sylwia und Gerd Grünfelder. Gekühlte Getränke und reichlich frisches Fassbier fanden bei den spätsommerlichen Temperaturen dankbare Abnehmer.
Bis etwa 14 Uhr wurden insgesamt vier Ladungen Grumbeere aus den beiden Feuern geholt. Und wer nach dem herzhaften Mittagessen noch Platz für etwas Süßes hatte, wurde am großen Kuchenbuffet fündig: Zahlreiche Sahnetorten sowie verschiedene Obst- und Nusskuchen rundeten das kulinarische Angebot ab.
So wurde auf dem Paul-Burger-Platz noch bis in den späten Nachmittag gemeinsam gegessen, getrunken, erzählt und vor allem viel gelacht. Gegen 17 Uhr verabschiedeten sich schließlich die letzten Gäste – einige von ihnen packten sogar noch spontan beim Abbau mit an.
Was für ein schöner Tag in Fehrbach!
Dass ein solches Fest so reibungslos gelingt, ist allerdings alles andere als selbstverständlich. Hinter wenigen Stunden gemütlichen Beisammenseins steckt für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein ganzes Wochenende Arbeit. Bereits der zweitägige Aufbau, anschließend die Vorbereitung und Durchführung des Festes und schließlich der komplette Abbau verlangen allen Beteiligten einiges ab.
Deshalb gilt allen Helferinnen und Helfern, die vor, während und nach dem Grumbeerbrode angepackt haben, ein ganz besonderes und herzliches Dankeschön. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht möglich.
Gleichzeitig möchten wir den gelungenen Festtag mit einem Wunsch für die Zukunft verbinden: Wir brauchen mehr helfende Hände.
Dabei geht es gar nicht darum, ein komplettes Wochenende für den Verein oder für das Dorf zu opfern. Schon eine kurze Schicht beim Aufbau, an der Theke, in der Küche, beim Ausschank oder beim anschließenden Abbau hilft enorm. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser lässt sich die Arbeit verteilen – und desto weniger Last liegt auf den Schultern derjenigen, die sich heute bereits regelmäßig engagieren.
Denn wenn wir auch in Zukunft gemeinsam auf dem Paul-Burger-Platz sitzen, Grumbeere aus der Glut holen und solche schönen Tage miteinander verbringen möchten, braucht es Menschen, die bereit sind, ein kleines Stück dazu beizutragen.
Wer Lust hat, künftig mit anzupacken, ist beim Förderverein Unser Fehrbach herzlich willkommen. Werdet Mitglied, unterstützt uns bei einer der nächsten Veranstaltungen und helft mit, dass Traditionen wie unser Grumbeerbrode auch in Zukunft ein fester Bestandteil unseres Dorflebens bleiben!
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